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Wärmedämmung der Außenwand

Ungedämmte Außenwände führen in der kalten Jahreszeit zu einem unbehaglichen Raumempfinden und zu unnötig hohen Wärmeverlusten. Durch eine nachträglich aufgebrachte
Außenwanddämmung können die Energieverluste über die Außenwände, je nach Alter und Zustand des Hauses, um bis zu 80 % verringert werden. Eine sorgfältige Ausführung ist besonders wichtig, um Wärmebrücken und Bauschäden zu vermeiden.
li: Fensterladen im Bau, re: neuer Fensterladen

Für die Verbesserung des Wärmeschutzes an der Außenwand stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, unter anderem:
  • das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) auch „Thermohaut“ oder „Vollwärmeschutz“ genannt,
  • die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk,
  • die hinterlüftete vorgehängte Fassade,
  • die Innendämmung oder
  • der Dämmputz.

Wärmedämmverbundsystem

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) wird bei bestehenden Fassaden direkt auf den vorhandenen Außenputz aufgebracht. Die Dämmstoffplatten (meistens Hartschaum- oder Mineralfaserplatten, aber auch baubiologische Platten, wie z.B. Holzweichfaserplatten) werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt und je nach Untergrund nochmals verdübelt. Darüber wird eine Schicht aus Armierungsmörtel und -gewebe aufgebracht. Bei diesem Verfahren dürfen nur komplett aufeinander abgestimmte Komponenten eines Herstellers verwendet werden, daher ist ein Selbstbau nicht ratsam.

Die Dämmstoffstärke sollte bei bestehenden Gebäuden 14 cm mit der Wärmeleitgruppe (WLG) 035 nicht unterschreiten, wenn sie bautechnisch zu realisieren ist.
Wenn Sie Förderprogramme in Anspruch nehmen möchten, informieren Sie sich vorher über die damit verbundenen Mindeststärken der Wärmedämmung.

Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk

Bei der nachträglichen Kerndämmung wird die innerhalb einer zweischaligen Außenwand bestehende Luftschicht mit einem Dämmmaterial verfüllt. Die Luftschicht – der Hohlraum – sollte durchgehend sein, d. h. vom Fußpunkt (Sockel) bis zur Traufe und mindestens eine Dicke von 5 cm haben.

Durch eine zugelassene Fachfirma erfolgt eine sorgfältige Sichtkontrolle der Hohlräume mittels eines Technoskops, z.B. durch Bohrungen in den Fugen des Verblendmauerwerks.

Die Materialien für eine Kerndämmung müssen bauaufsichtlich zugelassen sein. Die Zulassung umfasst auch das von der Fachfirma anzuwendende Verarbeitungsverfahren.

Das Dämmmaterial, z. B. Blähperlit, Blähton oder Steinwoll-Granulat, wird durch kleine Bohrungen von einem Meter Abstand, bei Sichtmauerwerk in den Fugen, in die Luftschicht eingeblasen. Nach Verfüllung der Bohrungen bleiben keine sichtbaren Veränderungen der Fassaden. Eine Genehmigung durch die Bauaufsicht ist nicht erforderlich.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern erfolgt das Verfüllen der Luftschicht meist durch eine oder zwei Fachkräfte ohne aufwändige Gerätschaften.

Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus, Baujahr Mitte der 70er Jahre, ergibt sich ein U-Wert der Fassade von 1,2 W/m2K. Die Oberflächentemperatur der Wandinnenseite beträgt 15,3 °C. Wird die 7 cm dicke Luftschicht mit Perlite Granulat verfüllt, verbessert sich der U-Wert auf 0,45 W/m2K. Die Temperatur der Wandinnenoberfläche liegt dann bei 18,2 °C.

Hinterlüftete vorgehängte Fassade

Die hinterlüftete vorgehängte Fassade ist eine weitere Möglichkeit, eine Dämmschicht außen am Gebäude anzubringen. Vorhangfassaden gehören zu den traditionellen Bauweisen in der ländlichen Region, wobei Holzschindeln, Schieferplatten und Ziegel als Verkleidung dienen. Eine moderne hinterlüftete Vorhangfassade besteht aus folgenden Komponenten:
  • Unterkonstruktion mit Befestigungsmaterial,
  • Dämmschicht,
  • Hinterlüftung,
  • Außenverkleidung (Vorhang).

Als Erstes wird die Unterkonstruktion auf dem bestehenden Verputz befestigt. Das wird bei kleineren Gebäuden meistens mit einer Holzlattung realisiert. Danach werden die Dämmplatten zwischen der Unterkonstruktion auf dem alten Putz befestigt. Zur Abführung von Regenwasser und Oberflächenkondensat auf den Fassadenplatten wird zwischen Dämmschicht und Vorhang eine Belüftungsschicht angeordnet. Zum Schluss wird die Verkleidung angebracht, wobei eine Vielzahl von Materialien zur
Auswahl stehen.

Die Wahl des Materials und die dafür notwendige Unterkonstruktion bestimmen zum großen Teil die Kosten der Vorhangfassade. Beides hängt unter Umständen von regionalen handwerklichen Traditionen ab.

Die Rollladenkästen sollten vor dem Einbringen des Dämmstoffes auf Dichtigkeit überprüft und ggf. abgedichtet werden.

Sonderlösung Dämmputz

Auch mit Hilfe eines Dämmputzes lassen sich die Wärmeverluste eines Gebäudes reduzieren. Ein Dämmputz ist in der Dicke begrenzt (einlagig bis 6 cm) und dämmt nur halb so gut wie die üblichen Dämmstoffe.

Daher lässt sich mit einem Dämmputz nie eine wirklich gute Wärmedämmung realisieren.

Optimaler Zeitpunkt

Beauftragen Sie zum Zeitpunkt einer anstehenden Außenputzerneuerung die Wärmedämmung gleich mit. Dann entstehen nur einmal Kosten für Putzerneuerung und Fassadendämmung. Gleichzeitig erhalten Sie bei der ohnehin anstehenden Renovierung einen verbesserten Wärmeschutz. Der optimale Zeitpunkt für die Anbringung einer Wärmedämmung ist, wenn also ohnehin Instandsetzungsmaßnahmen an der Fassade anstehen:
  • Putzerneuerung,
  • Sanierung von Rissbildungen,
  • Betonsanierungen
  • oder Sanierung von Beton-Wetterschalen (Plattenbauweise).

Um alle Kosten der Maßnahme vorab festzulegen, ist die ausführliche Planung der Details notwendig. Dabei sollten z.B. folgende Punkte berücksichtigt werden:
  • Dachüberstände überprüfen,
  • Außenfensterbänke an die Dämmung anpassen,
  • Regenfallrohre versetzen,
  • Fensterlaibungen dämmen,
  • Anschlüsse an Anbauten berücksichtigen und
  • Dämmung mindestens 50 cm über die Kellerdecke herunterziehen.

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