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Wärmedämmung des Dachs

Ob zusätzliche Nutzung des Dachbodens oder Verbesserung eines alten Dachausbaus, es gibt viele Gründe, warum sich eine gute Wärmedämmung lohnt. In schon ausgebauten Dachwohnungen ist es häufig ungemütlich: Im Winter zieht es, im Sommer ist es unerträglich heiß. Beides sind Zeichen ungenügender Winddichtigkeit und Dämmung. Ein guter Wohnkomfort ist durch eine sachgerechte Dämmung zu erreichen, bei der auf eine ausreichende Dichtheit der Konstruktion geachtet wird.
li: Aufsparrendämmung, re: Zwischensparrendämmung

Für die Dämmung des Daches gibt es folgende Varianten:

Dachdämmung von Außen


Zwischensparrendämmung

Bei der Dämmung zwischen den Sparren wird der Raum zwischen den Sparren mit den hierzu geeigneten und zugelassenen Dämmmaterialien gefüllt. Die Sparrenhöhe entspricht der Nenndicke der Wärmedämmung. Wichtig ist dabei, auf der Innenseite eine Folie anzubringen, die die Dämmung dicht zum Raum hin abschließt. Diese Schicht muss verhindern, dass warme und damit feuchte Raumluft in die Dämmung eindringt und im Winter dort kondensiert! Zur Herstellung der geforderten Luftdichtigkeit werden heute auch feuchteadaptive Klimamembranen eingesetzt, die bei einer Neueindeckung gleich mit von außen über die Sparren hinweg verlegt werden. Sie bremsen das Eindringen von Feuchte ins Dach während der Winterzeit. Im Sommer reagieren die Membranen dann umgekehrt: Sie lassen den Wasserdampf, der unter Wärmeeinwirkung z.B. aus den Sparren austritt, aus der Konstruktion entweichen.

Allerdings lassen die üblicherweise 12 bis 14 cm dicken Sparren keinen ausreichenden Platz für einen guten Wärmeschutz. Stand der Technik ist es, die Sparren entsprechend aufzudoppeln, um genügend Dämmstoff einbringen zu können. Auf der Innenseite kann zusätzlich eine Lattung aufgebracht werden, die auch als Unterkonstruktion für die Innenverkleidung dient und als Installationsebene verwendet werden kann. Der entstandene Zwischenraum sollte zusätzlich gedämmt werden, um den Wärmeschutz zu verbessern und die Wärmebrückenwirkung der Sparren zu minimieren.

Aufsparrendämmung

Die Dämmung über den Sparren wird im Altbau zunehmend gewählt. In der Regel kommen dabei aufeinander abgestimmte Systeme eines Herstellers zum Einsatz. Bis auf die tragende Unterkonstruktion entsteht dabei ein völlig neues Dach. Mit der Ausbildung eines neuen Dachüberstandes (durch verstärkte Konterlattung oder mit Aufschieblingen) kann die Dampfbremse am vorhandenen Außenputz luftdicht angeklebt und von der Außenwanddämmung abgedeckt werden. So entstehen keine Durchdringungen durch die Sparren in der luftdichten Ebene – die Luftdichtigkeit lässt sich so am besten beherrschen und die Sparren stellen keine Wärmebrücken mehr dar. Die Aufsparrendämmung empfiehlt sich auch, wenn im
Raum Sparren und Schalung sichtbar bleiben sollen.

Dachdämmung von Innen


Dämmt man auf der Innenseite, ist darauf zu achten, dass keine warme Luft aus dem Wohnraum hinter die Dämmung gelangt. Dort würde sie abkühlen, und es würde sich Tauwasser bilden, welches den Baukörper und die Dämmschicht durch feuchten würde. Deshalb muss zwischen Dämmung und Wohnraum unbedingt eine Dampfsperre eingebaut werden.

Zwischensparrendämmung von Innen

Der Hohlraum zwischen den Sparren kann natürlich auch von innen gedämmt werden. Der Nachteil: Die Sparrentiefe lässt
eine ausreichende Dämmung nicht zu, die Sparren bilden eine Wärmebrücke und verschlechtern so den Wärmeschutz. Deshalb sollte die Zwischensparrendämmung von Innen immer mit einer Untersparrendämmung kombiniert werden.

Untersparrendämmung

Diese Variante der Dachdämmung bietet sich besonders beim nachträglichen Ausbau des Dachgeschosses an. Eine Dämmung unter den Sparren kann mit allen gängigen Materialien durchgeführt werden. In jedem Fall ist auf der Raumseite eine Dampfsperre oder Dampfbremse erforderlich.

Kombinierte Dämmung

Natürlich können die verschiedenen Möglichkeiten, ein Dach zu dämmen, auch kombiniert werden. So ist es möglich, eine bestehende Zwischensparrendämmung mit der Aufsparrendämmung zu ergänzen. Die Entscheidung welches System ausgesucht wird und die Planung der ganzen Maßnahme, der Details und Anschlüsse hängen von der baulichen Gegebenheit ab. Hierzu ist ein hohes fachliches Wissen und sorgfältige Planung von großer Bedeutung.

Flachdach

Bei Flachdächern richtet sich die Möglichkeit der zusätzlichen Wärmedämmung nach der vorhandenen Konstruktion. Die wärmetechnische Verbesserung bestehender Flachdächer ist immer dann besonders günstig, wenn die Abdichtung erneuert werden muss.

Gesetzliche Anforderungen

Wenn Dachaufbauten geändert werden oder ein Dach umgebaut wird, sollten mindestens die U-Werte der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) eingehalten werden:
  • Flachdach: 0,20 W/m2K
  • Steildach: 0,24 W/m2K
Das entspricht im Steildach einer Dämmstärke von etwa 18 cm mit WLG 035 bei einer Zwischensparrendämmung und etwa 10 cm mit WLG 024 bei einer Aufsparrendämmung.
Luftdichtigkeitskonzept Besonderes Augenmerk sollte auf ein Luftdichtigkeitskonzept gelegt werden. Sprechen Sie Ihren Architekten oder Handwerker in der Planungsphase darauf an und lassen Sie sich die Qualität mit Blower-Door-Test und Thermografie nach der Modernisierung belegen.

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